1. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (JoA)

Die Pflicht zum Besuch der Berufsschule im JoA-Bereich besteht für
•    alle Abgängerinnen und Abgänger der Hauptschule ohne Ausbildungsverhältnis und
•    für Schülerinnen und Schüler, die ein 10. Vollzeitjahr ohne Abschluss verlassen.

Die Berufsschulpflicht endet weder mit der Volljährigkeit noch mit der Eheschließung.
 
Nach Art. 35 (4) BayEuG müssen die Erziehungsberechtigten minderjährige Schulpflichtige bei der Schule anmelden, an der die Schulpflicht erfüllt werden soll; volljährige Schulpflichtige haben sich selbst anzumelden.
 
Ziele der Beschulung
•    Erfüllen der Berufsschulpflicht
•    Ggf. Verbesserung der Noten
•    Vermittlung der Berufs- und Ausbildungsreife
Voraussetzung
•    Berufsschulpflicht
•    kein Ausbildungsverhältnis (noch nicht oder nicht mehr)
•    Wohnsitz im Landkreis Augsburg

Beschulung am BSZ Neusäß
Der Unterricht findet in einem neun-wöchigen Block mit 32 Unterrichtsstunden statt.
Die Aufteilung erfolgt in der Regel nach Jahrgangsstufen. Auf diese Weise können die Unterrichtsinhalte besser an die Bedürfnisse und Anforderungen der jeweiligen Schüler angepasst werden.
I. Teilnehmer einer berufsvorbereitenden Maßnahme der Agentur für Arbeit
Über die Berufsberater der Agentur für Arbeit können Jugendliche in eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme bei einem Bildungsträger (z.B. Deutsche Angestellten Akademie DAA, Berufsbildungszentrum der Lehmbaugruppe BBZ, Kolping-Akademie, Berufliches Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft BFZ) vermittelt werden.

Die Förderung berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen aus Mitteln der Bundesanstalt für Arbeit berücksichtigt, dass es grundsätzlich Aufgabe des schulischen Bildungswesens ist, in allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen junge Menschen auf die Einmündung in das Berufsleben vorzubereiten.
Durch die Teilnahme an der BvB wird daher die Berufsschulpflicht nicht berührt. Außerhalb der Schulzeit werden die Teilnehmer meist 10 Monate lang in Vollzeit über den Bildungsträger betreut.
Weist der Teilnehmer den erfolgreichen Abschluss der BvB nach, kann er von der weiteren Schulpflicht befreit werden.
II. Sonstige Jugendliche ohne Ausbildungsplatz
Sonstige Jugendliche ohne Ausbildungsplatz werden am BSZ Neusäß neun Wochen im Block (288 Unterrichtsstunden) beschult. Sie müssen ihre Fahrtkosten selbst aufbringen.
Eine sozialpädagogische Unterstützung ist sichergestellt.

Unterrichtsinhalte
Vorrangiges Ziel der Beschulung der Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz ist die Vermittlung von Berufs- bzw. Ausbildungsreife: Durch Unterricht und praktische Tätigkeiten sollen die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, in der Arbeitswelt zu bestehen und möglichst gute Chancen haben, eine feste Arbeits- bzw. Ausbildungsstelle zu bekommen.
•    Stärkung der Persönlichkeit: Durch den Unterricht sollen die Schülerinnen und Schüler auch ihr Alltagsleben und ihr Leben in der Gesellschaft bewältigen können (Sekundärtugenden, positive Persönlichkeitsbildung, Kulturtechniken).
•    Verbesserung der Noten zur Verbesserung der Vermittlungschancen: Die Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit bekommen, Zeugnis mit verbessertem Notenbild oder gleichbleibend guten Notenbild zu erreichen.
•    Beruflich verwertbare Qualifikationen: Den Schülerinnen und Schülern werden Qualifikationen angeboten, die ihnen bessere Chancen bei der Bewerbung um Ausbildungs- oder Arbeitsplätze vermitteln.
Der Unterricht ist modular aufgebaut:
Module sind zusammenhängende Unterrichtseinheiten mit einem Umfang von mindestens 40 Unterrichtstunden. In den Modulen werden entweder berufsfeldübergreifende Qualifikationen und persönlichkeitsbildende Qualifikationen oder berufsfeldspezifische Qualifikationen vermittelt.

Die Auswahl der Module orientiert sich an den Bedürfnissen der Schüler und den Möglichkeiten der Schule. Die Module erscheinen auch im Zeugnis (als Fach), womit sich somit ein Bild über die berufsvorbereitenden Qualifikationen ableiten lässt. Eine Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt ist die Folge. Zudem kann dem Zeugnis ein Zertifikat über das Modul beigefügt werden, in dem die vermittelten Inhalte deutlich werden.
 
Berufsfeldübergreifende Qualifikationen vermitteln den Jugendlichen Kompetenzen, die zwar auf beruflich verwertbare Inhalte abzielen, aber nicht einem bestimmten Berufsfeld zugeordnet werden können. Hier finden sich vor allem Inhalte, die der Allgemeinbildung dienen und grundlegende berufliche Handlungsfähigkeit vermitteln.
Persönlichkeitsbildende Qualifikationen sollen den Jugendlichen Kompetenzen vermitteln, die die Entwicklung der Persönlichkeit fördern, das Arbeiten in beruflichen Teams unterstützt und die Stärkung der Ausbildungsfähigkeit anstreben. Hier finden sich vor allem Inhalte, die der Kompensation von Ausbildungshindernissen dienen.
 
Neben den übergreifenden Qualifikationen sollen den Jugendlichen auch fachliche, auf definierte Berufsfelder bezogene Kompetenzen vermittelt werden. Dies dient der Vorbereitung auf eine Berufsausbildung oder der Unterstützung bei einer Berufstätigkeit.
Die Inhalte orientieren sich an den bestehenden Lehrplänen für die Berufsausbildung und berücksichtigen dabei das Leistungsvermögen der Jugendlichen.

Link: FAQ

Staatliches Berufliches Schulzentrum Neusäß
Landrat-Dr.-Frey-Str. 12  Ι  86356 Neusäß  Ι  Fon 08 21 - 31 02 42 01  Ι  Fax 08 21 - 31 02 80 21  Ι  Mail sekretariat(at)bszneusaess.de  Ι  Impressum